Grundlegendes zum Sammeln von Münzen

Bezeichnet als das ‘Hobby der Könige’, hat das Sammeln von Münzen heute eine jahrtausende alte Geschichte, die bis zu dem Zeitpunkt zurückreicht, als Münzen zum ersten Mal in Gebrauch kamen. Seltenheit und Erhaltung sind für den Sammler die entscheidenden Kriterien, wenn es darum geht, den Wert einer Münze zu bestimmen. Die Seltenheit kann dabei relativ leicht festgestellt werden, gibt es bei den meisten Münzen diesbezüglich doch einen breiten Konsens. Die schwierigere Bewertung des Erhaltungszustandes hat sich über einen längeren Zeitraum entwickelt, wobei einige Meilensteine gesetzt wurden.

In den Anfängen des Münzsammelns wurden drei allgemeinere Bezeichnungen für die Erhaltung einer Münze verwendet: gut, schön und stempelglanz. Als im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert der Sammlermarkt für Münzen immer stärker wuchs, benötigte man einen detaillierteren Standard, mit dem man auch Feinheiten in der Bewertung Rechnung tragen und präzisere Preise festlegen konnte. 1948 führte der bekannte Numismatiker Dr. William Sheldon dann einen Standard zur Münzbewertung ein, der auf einer Skala von 1 bis 70 beruhte. Der heute als ‚Sheldon-Skala‘ bekannte Standard wurde ursprünglich für die Bewertung von US-amerikanischen ‚Large Cents‘ entwickelt, wird aber mittlerweile auf alle Serien angewendet.

Obwohl mit der Sheldon-Skala ein grundlegender Standard für eine differenzierte Bewertung gefunden worden war, konnten zwei Personen bei der Beurteilung einer Münze durch ihre subjektive Meinung bedingt zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Dass es zu Hunderten oder gar Tausenden von Dollars sehr unterschiedliche Meinungen gab, erschwerte dem Sammler den Erwerb von wertvolleren Münzen.

Im Jahre 1987 erreichte die Bewertung von Münzen eine neue Stufe der Einheitlichkeit mit der Gründung von Numismatic Guaranty Corporation (NGC). Als absolut unabhängige Prüfgesellschaft garantiert die NGC mit ihrer Zertifizierung von Münzen deren Echtheit und Bewertungsstufe. Diese Garantie ermöglicht es den Sammlern, auch die teuersten Münzen mit größerem Vertrauen zu kaufen und zu verkaufen. NGC ist heute die weltweit größte Bewertungsgesellschaft mit der umfassendsten Garantie am Markt.

Die von NGC zugrunde gelegte Bewertungsskala ist von der internationalen numismatischen Gemeinschaft anerkannt. Die folgende Tabelle nennt die Bewertungsstufen in Zahlenwert und Bezeichnung:

Abkürzung Zahlenwerte Bezeichnung
MS 60-70 Mint State (Uncirculated)
dt.: Stempelglanz
 
AU 50, 53, 55, 58 About Uncirculated
dt.: Fast Stempelglanz
 
XF 40, 45 Extremely Fine
dt.: Vorzüglich
 
VF 20, 25, 30, 35 Very Fine
dt.: Sehr schön
 
F 12, 15 Fine
Schön
 
VG 8, 10 Very Good
dt.: Sehr gut erhalten
 
G 4, 6 Good
dt. Gut erhalten
 
AG 3 About Good
dt.: Fast gut erhalten
 
FA 2 Fair
dt.: -
 
PR 1 Poor
dt: -

 

Ausgaben in Polierte Platte werden ebenfalls in diesen Abstufungen bewertet. Stücke in Polierte Platte werden mit der Abkürzung PF für alle Stufen zwischen 1 und 70 kenntlich gemacht. Seltener treten Münzen mit Eigenschaften der Polierten Platte auf, die auf eine besondere Behandlung hindeuten, doch keine echte Polierte Platte sind — jene werden dann mit den Zusätzen PL, prooflike oder SP für specimen bezeichnet.

Wofür steht die 70? NGC vergibt die Bewertung Stempelglanz oder Proof 70, wenn eine Münze selbst bei fünffacher Vergrößerung keinerlei Beeinträchtigungen aufweist.